Blog von Thomas Harneit

Der Preis des Wartens

Geschrieben von Thomas Harneit | 22.01.2026

Warum wir warten, statt unser Leben in die Hand zu nehmen

 

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Es gibt Phasen im Leben, in denen wir ziemlich genau wissen, dass etwas nicht mehr stimmig ist.

Nach außen läuft vieles weiter. Der Alltag funktioniert. Verantwortung wird getragen. Und trotzdem bleibt innerlich etwas offen.

Nicht laut.

Nicht dramatisch.

Aber dauerhaft.

Viele Menschen beschreiben diesen Zustand als Unsicherheit oder als fehlenden Mut oder auch auch als mangelnde Disziplin.

Doch das greift zu kurz.

 

Warten ist selten das eigentliche Problem

Die meisten Menschen, die warten, tun das nicht aus Bequemlichkeit.

Sie haben nachgedacht. Abgewogen. Szenarien durchgespielt. Und das ganz oft  sogar sehr gründlich.

Und genau das ist der Punkt.

Denn weiteres Nachdenken führt in solchen Situationen nicht zu Klarheit, sondern zu innerer Erschöpfung.

Nicht, weil Denken falsch wäre – sondern weil es an eine Grenze stößt.

 

Wenn innere Komplexität zu groß wird

Warten entsteht häufig dort, wo mehrere innere Bewegungen gleichzeitig wirken.

Ein Teil will Veränderung.

Ein anderer Teil hält dagegen.

Das ist innere Zerrissenheit.

 

Beide haben gute Gründe.

Solange diese Gegensätze ungeordnet nebeneinanderstehen, fühlt sich jede Entscheidung schwer an.

Nicht falsch – sondern zu früh.

Das erklärt, warum Menschen monate- oder jahrelang in innerem Stillstand verharren, obwohl sie wissen, dass sich etwas ändern müsste.

 

Warum Motivation hier nicht hilft

Viele versuchen, diesen Zustand mit Motivation zu überwinden.

Mehr Disziplin. Mehr Druck. Mehr Aktivität.

 

Kurzfristig fühlt sich das nach Bewegung an aber langfristig verstärkt es die Blockade.

Denn nicht jeder innere Konflikt lässt sich durch Antrieb lösen.

Manche brauchen zuerst Ordnung.

 

Warten als Schutzmechanismus

Warten erfüllt eine Funktion: 

Es schützt – nicht vor dem Problem, sondern vor den Konsequenzen einer Entscheidung.

Klarheit bedeutet oft:

  • Verantwortung zu übernehmen

  • Grenzen zu setzen

  • andere zu enttäuschen

  • sich selbst nicht länger auszuweichen

 

Solange Dinge ungeklärt bleiben, bleiben Optionen offen.

Das fühlt sich zwar sicher an, aber es hat einen Preis.

 

 

Der stille Preis des Wartens

 

Dieser Preis ist selten spektakulär. Er zeigt sich leise und in  Form von:

  • innerer Unruhe

  • Gereiztheit

  • sinkender Präsenz

  • Distanz in Beziehungen

  • dem Gefühl, nicht ganz da zu sein

 

Nicht, weil etwas aktiv falsch läuft sondern weil etwas ungeklärt bleibt.

 

Klarheit statt Aktionismus

 

Die Lösung liegt nicht darin, sich endlich zusammenzureißen.

Und auch nicht darin, schnell etwas zu verändern, nur um Bewegung zu spüren.

Was es braucht, ist Klarheit. Nicht als schnelle Erkenntnis. Sondern als Prozess.

Das ist ein ein Prozess, in dem innere Gegensätze sichtbar werden und einordbar.

Erst dann wird Handeln möglich, ohne sich selbst zu verraten.

 

 

Ein ruhiger Übergang

 

Wenn Du beim Lesen gemerkt hast,

dass diese Gedanken etwas in Dir berühren,

ist das kein Zufall.

Viele Menschen stehen an genau diesem Punkt.

Zu diesem Thema habe ich auch eine Podcastfolge aufgenommen:

„Warum wir warten, statt unser Leben in die Hand zu nehmen“.

Dort gehe ich noch einmal ruhiger und persönlicher auf diese Dynamik ein.

 

 

Zum Abschluss

Manche Dinge lassen sich nicht lösen, indem man sie weiter denkt.

Sie wollen geklärt werden.

 
 
 

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